kunstdidaktik_forschung

Raphael Spielmann

SoSe 2021

3D-Scans:
Erfassung von Skulpturen im öffentlichen Raum

3D-Scan eines Grabmals des Alten Friedhofs Freiburg in der Nonnengruft St. Ursula, Schwarzes Kloster, Rotteckring 12.
Scan-Vorgang: Tim Tobian

„Wenn wir mit offenen Augen durch Freiburg gehen, werden wir erstaunt sein, wie viele Skulpturen wir im öffentlichen Raum vorfinden. Jede Skulptur besitzt ihre eigene, besondere Geschichte und dies nicht autark für sich allein, sondern immer auch durch ihr Verhältnis zum öffentlichen Raum, in den sie gesetzt wurde.
Prof. Dr. Franz Leithold, Uni Freiburg

In unserem gemeinsamen Seminar zur „Skulptur im öffentlichen Raum“ (zusammen mit Prof. Dr. Fanz Leithold und Prof. Dr. Michael Klant) erstellen wir neben Video-Dokumentationen und Texten zu Skulpturen auch 3D-Scans. Die beiden Bilder zeigen zwei Studierende bei der 3D-Erfassung zweiter Grabmale des Alten Friedhofs, die als Originale seit den 80er Jahren in der Nonnengruft St. Ursula, Schwarzes Kloster untergebracht sind, um diese vor Umwelteinflüssen zu schützen. Was nur wenige beim Besuch des Friedhofs wissen: Auf dem Alten Friedhof in Herdern sind teilweise nur die Replikate zu sehen, die aber eine täuschend echte Patina besitzen.

Die 3D-Scans wurden durch eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt Freiburg als Eigentümerin der Grabmale und der PH Freiburg ermöglicht.

3D-Scan eines Grabmals des Alten Friedhofs Freiburg in der Nonnengruft St. Ursula, Schwarzes Kloster, Rotteckring 12.
Scan-Vorgang: Lara Biermann

Grabmal von Caroline Walter

Das wohl bekannteste Grabmal ist das von Caroline Walter (1850–1867), die im zarten Alter von nur 17 Jahren an Tuberkulose verstarb. Ihr Geliebter, so der Volksmund, konnte ihren Tod nicht überwinden und legt seitdem jeden Tag frische Blumen an das sagenumwobene Grab am Alten Friedhof in Herdern. Wer das Ritual heute noch weiterführt – denn der heimliche Verehrer müsste inzwischen schon selbst über 150 Jahre alt sein – konnte bislang nicht beobachtet werden.

Die 3D-Scan-Technik erlaubt es, den Erhaltungszustand der Grabmale und Skulpturen im öffentlichen Raum zu dokumentieren und die 3D-Ansichten für Vermittlungszwecke nutzbar zu machen.

Fertiger 3D-Scan mit Textur der Caroline Walter in der Nonnengruft (1850-1867).
Wireframe-Ansicht der Caroline Walter.

Insgesamt wurden in der Nonnengruft sieben Gramale in 3D erfasst. Von weiteren Skulpturen im öffentlichen Raum wurden ebenfalls 3D-Ansichten erstellt, die nun in naher Zukunft auf eine Veröffentlichung zusammen mit den Video-Dokumentation warten.

Projektverantwortliche
Prof. Dr. Michael Klant
Dr. Raphael Spielmann