kunstdidaktik_forschung

Raphael Spielmann

Projektbeteiligte:
Prof. Dr. Mechtild Fuchs (Musik),
Dr. Natalia Hahn (Deutsch),
Prof. Dr. Michael Klant (Kunst),
Prof. Dr. Annika Kolb (Englisch),
Prof. Dr. Joachim Pfeiffer (Deutsch),
Dr. Raphael Spielmann (Kunst),
Kristina Wacker (Geschichte)

Integrative Filmdidaktik

Ausgehend von unserem ersten Filmbildungskongress in 2010 haben wir ein Desiderat für die Filmbildung im Bereich der Schule und Hochschule festgestellt. An der PH Freiburg sind aus den ursprünglichen drei Projektpartner*innen im Filmforschungsprojekt nun fünf geworden: Neben den Fächern Bildende Kunst, Deutsch und Musik sind nun auch die Institute für Anglistik und Geschichtswissenschaft beteiligt. Unsere eigenen Praxisforschungen münden im Oktober 2015 wieder in einem bundesweiten Filmbildungskongress:

Film als narratives Leitmedium für Kinder und Jugendliche gilt aus medienpädagogischer und fachdidaktischer Perspektive als zentraler Bestandteil schulischen Lernens. Obwohl sich in denletzten Jahren ein gestiegenes Interesse an Filmbildungskonzepten und eine stärkere Berücksichtigung in aktuellen Lehr‐ und Bildungsplänen feststellen lassen, findet Filmvermittlung an schulischen und außerschulischen Institutionen noch nicht ausreichend statt. Damit dieser Teil der Medienbildung gelingen kann, benötigen die Lehrkräfte sowohl Filmkompetenzen als auch filmpädagogische Kompetenzen. Diese Qualifikationen gehören allerdings längst noch nicht zu den obligatorischen Selbstverständlichkeiten in der Lehrer*innenbildung. Institutionen der Lehreraus‐ und ‐weiterbildung sind deshalb gefordert, Standards der Filmbildung zu definieren und verbindlicher in die Lehre zu verankern.

Ziel dieses Kongresses ist es, diese Herausforderungen konstruktiv anzunehmen, aktuelle Ansätze der Filmbildung in schulischen und außerschulischen Institutionen vorzustellen, zudiskutieren und praxisorientiert weiterzuentwickeln.

Neben Plenarvorträgen über den aktuellen Stand der Filmbildung und Präsentationen in den vier Sektionen zur Filmbildung in der Grundschule (I), Sekundarstufe (II), Hochschule (III) und Lehrer*innenfortbildung (IV) soll auch der Austausch mit Filmschaffenden und die aktive Teilnahme an unterschiedlichen Workshops zahlreiche Möglichkeiten des Erfahrungs‐ und Wissenstransfers bieten und neue Wege der Filmbildung für die Lehrerbildung sichtbar werden lassen (z.B. in Form von Zertifikaten).

Die Veranstaltung ist interdisziplinär angelegt und richtet sich an Hochschuldozierende, Multiplikatoren, Lehrkräfte und Studierende gleichermaßen. Sie wird von der Pädagogischen Hochschule Freiburg organisiert, die damit eine Fortführung des Projektes „Integrative Filmdidaktik“ anstrebt.

Der Kongress beginnt mit einem Come together im Kommunalen Kino. Den Anfang machen die drei Animationsfilme „Rinnsteinpiraten“, „Anders-Artig“ und „Zugvögel“ von Regisseurin Christina Schindler (Leiterin des Studiengangs Animation an der Filmuniversität Babelsberg) gefolgt vom Langspielfilm „Lauf Junge Lauf“ von Oscar-Preisträger Pepe Danquart (Professor für Dokumentarfilm an der Hochschule für bildende Künste Hamburg).

Come together im Kommunalen Kino Freiburg zu Filmen von Christina Schindler (im Bild) und Pepe Danquart

Der Kongress »Neue Wege der Filmbildung 2015« stellt für das Projekt »Integrative Filmdidaktik« einen wichtigen Zwischenschritt dar und diente dazu, eigene Perspektiven und Möglichkeiten mit denjenigen anderer Institutionen zu vergleichen. Mit mehr als 20 Vorträgen, Präsentationen und praxisorientierten Workshops ist ein umfangreiches Programm geschaffen, aus welchem die ca. 150 Besucher*innen eine den eigenen Bedürfnissen entsprechende Auswahl treffen können.

Regsisseur Pepe Danquart spricht zur offiziellen Eröffnung zu seinem Film „Lauf, Junge Lauf“.

In weiteren Vorträgen kommen verschiedene Aspekte der Filmbildung zur Sprache: Für die Fremdsprachen plädierte Carola Surkamp, Universität Göttingen, für ein eigenes Filmbildungsmodell, das vor allem dem Spracherwerb von Schüler*innen gerecht werden kann. Arne Brücks von der Filmuniversität Babelsberg zeigt, wie sich Filmarbeit mit Kindern erfolgreich in die Hochschule integrieren lässt. Für das Auslandsschulwesen (Deutsch als Fremdsprache, DaF) stellt Natalia Hahn, PH Freiburg, einen 2015 entwickelten Filmkanon mit zugehörigem Internet-Portal vor. Angesichts der neuen demografischen Entwicklungen kommt auch dem kooperativen Projekt von Björn Maurer (PH Zürich), Katja Holdorf (PH Ludwigsburg) und Mirona Stanescu (Babes-Bolyai-Universität Cluj-Napoca/Klausenburg, Rumänien) besondere Bedeutung zu, das den Fremdsprachenerwerb in einem gleichzeitig filmdidaktischen und theaterpädagogischen Projekt fördert.

Das Filmbildungs-Netzwerk in Niedersachsen, über das Jörg Gabriel (Niedersächsisches Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung, NLQ) berichtet, dürfte das Leuchtturmprojekt auf Bundesebene schlechthin sein. Es besteht aus der Qualifizierungsmaßnahme »Taschengeldkino« für Lehrkräfte, dem Filmwettbewerb »Filmklappe«, bei dem jährlich über 300 Schülerfilmproduktionen eingereicht werden, dem eigenen „Niedersächsischen Filmkanon“ für die Schule sowie dem Filmbildungs-Kongress »FilmSummit«, der alle zwei Jahre stattfindet. Das Land Niedersachsen hat die Filmbildung damit zu einem ihrer Schwerpunktthemen erkoren und den Bereich Film darüber hinaus in die Schulcurricula integriert. Ein ähnliches, aber weniger stringentes Netzwerk zur Filmbildung existiert mit »Drehort Schule e. V.« auch in Bayern.

Flyer

Projektstatistik
Mitwirkende
Prof. Dr. Mechtild Fuchs (Musik), Dr. Natalia Hahn (Deutsch), Prof. Dr. Michael Klant (Kunst), Prof. Dr. Annika Kolb (Englisch), Prof. Dr. Joachim Pfeiffer (Deutsch), Dr. Raphael Spielmann (Kunst), Kristina Wacker (Geschichte)

Beteiligte Institute
Institut für Anglistik, Institut der Bildenden Künste, Institut für Musik, Institut Institut für deutsche Sprache und Literatur, Institut für Politik- und Geschichtswissenschaften

Laufzeiit
06/2014– 10/2015

Finanzierung
Innovationsfonds des Rektorats der PH Freiburg, Stiftung der PH sowie Fachmittel der teilnehmenden Institute